WHAT THE CRITICS ARE SAYING ABOUT NUREMBERG ...

HAUNTING AND VIVID. What this documentary shows is how a vital and indispensable principle of humanity was restored. – A.O. Scott, The New York Times

**** MESMERIZING.  ‘Nuremberg’ couldn't be more of the moment. Something of a minor miracle.Ann Hornaday, The Washington Post

The reason it has the power to shock, appall and infuriate is because of its TRUTH. – Stuart Klawans, The Nation

RIVETING!  More powerful than any fictional courtroom drama could hope to be. – Bilge Ebiri, New York Magazine

POWERFUL. A definitive rebuke to all Holocaust deniers.Lou Lumenick, The New York Post

AN EYE-OPENING FIND. Excerpts from the Nazis’ own films of their dirty work, used as evidence against them, will shock even the most jaded History Channel addict. – David Fear, TIME OUT New York

COMPACT AND DEVASTATING…. an intensely riveting  78-minute portrait [of] one of the 20th century's first and biggest media spectacles. – Andrew O’Hehir, Salon.com

Brilliantly restored by [Stuart Schulberg’s] daughter Sandra and Josh Waletzky….The reconstruction of the 1948 documentary [NUREMBERG] is a remarkable feat. – Ian Buruma, The New York Review of Books

 

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Print Press

ARTE TV - 27 Nov 2010

NURNBERGER NACHRICHTEN - 25 Nov 2010

NURNBERGER NACHRICHTEN - 20 Nov 2010

 

TV/Radio Coverage

ARTE TV - Metropolis - 28 Nov 2010

 

ARTE TV — 27 Nov 2010

Der gute Amerikaner – ein Mythos einst und jetzt

Die Vereinigten Staaten auf der Suche nach der eigenen Identität – Was ist aus ihm geworden, dem Mythos vom guten Amerikaner? Metropolis nimmt die Premiere zweier Filme und die Veröffentlichung eines beeindruckenden Kriegsberichts aus Afghanistan zum Anlass, diese Frage zu diskutieren.

Mit über 60 Jahren Verspätung feiert in Amerika ein Dokumentarfilm Premiere, der in einer Zeit entstanden ist, als die amerikanischen Soldaten gerade in Europa den zweiten Weltkrieg beendet hatten. Der Film von Stuart Schulberg zeigt, wie die Alliierten Beweise gegen die Naziverbrecher sammelten. “Nürnberg und seine Lehren”, so der deutsche Titel, wurde als Teil der Entnazifizierunsgskampagne auch 1948/49 in Deutschland gezeigt. In Amerika war der Film bisher noch nie zu sehen. Aus politischen Gründen.

2003 fand Sandra Schulberg, die Tochter des Regisseurs, unter den Hinterlassenschaften ihrer Eltern den Film ihres Vaters. Der Streifen war in miserablem Zustand. Sandra Schulberg entschloss sich dazu, den Film zu restaurieren. Sie ging auch der Frage nach, warum dieser Film nie in den USA laufen durfte.

”Nuremberg: Its Lesson for Today” wird nun in die Kinos kommen, in einer Zeit, in der die Vereinigten Staaten wieder Krieg führen. Sandra Schulberg ist sicher, dass die Lehren von Nürberg auch für heute wichtig sind, besonders für die Amerikaner selbst. Immerhin wurden in Nürnberg Grundlagen des heutigen Völkerrechts entwickelt. Das Land habe sich aber, so Schulberg, in einen furchtbaren und ungerechten Krieg gestürzt.

Ins Zentrum des Krieges von heute führen uns ein anderer Film und ein neues Buch: der amerikanische Autor und Journalist Sebastian Junger legt in diesem Herbst mit seinem packenden Erlebnisbericht „War. Ein Jahr im Krieg“ eine Geschichte von der Front in Afghanistan vor. Eine Geschichte über die Furcht vor dem Tod und über das Trauma des Tötens. Das Buch enthält sich der politischen Wertung. Es zeigt uns die Psychologie der Schlacht und was in den Kämpfern vorgeht. Junger hat an der Front auch einen Film gedreht, der eindringlich die Schrecken des Kampfes darstellt. Sein Titel: „Restrepo“, benannt nach dem Kampfabschnitt, in dem der Autor ein Jahr gedreht hat.

„Metropolis“ spricht mit Sandra Schulberg und mit Sebastian Junger. Außerdem treffen wir Ben Ferencz, einen der US-Staatsanwälte damals in Nürnberg. Er ist in Schulbergs Film als ganz junger Mann zu sehen. Und kennt den guten Amerikaner – und seine Schattenseite.

 

NURNBERGER NACHRICHTEN — 25 Nov 2010

63 Jahre alter Film über Kriegsverbrecherprozesse im Künstlerhaus

„Nuremberg: It´s Lesson for Today“ : ein aufregendes Film-Abenteuer — Material wurde erst im letzten Jahr restauriert - 25.11. 09:00 Uhr

NÜRNBERG - „Nuremberg: It‘s Lesson for Today“ heißt der 63 Jahre alte Film zu den Kriegsverbrecherprozessen, der heute im Künstlerhaus gezeigt wird. Sandra Schulberg aus New York, die Tochter des damaligen US- Filmemachers Stuart Schulberg, hat das alte Material erst im vergangenen Jahr restauriert. Das Original wurde seinerzeit zwar in Deutschland, aber weder in den USA noch in einem anderen Land gezeigt. Seine Geschichte selbst ist ein aufregendes Film-Abenteuer.

Sandra Schulberg bekommt heute Anfragen aus aller Welt. In manchen Ländern Süd- und Mittelamerikas war „Nuremberg“ aus dem Jahre 1947 kürzlich schon zu sehen, ebenso in Afrika. Weitere Fassungen des wertvollen Dokuments, etwa für Russland, sind in Arbeit. Verwundert ist die amerikanische Filmproduzentin über dieses außerordentliche Interesse nicht: „Es gibt immer mehr internationale Tribunale gegen Kriegsverbrecher, und die Nürnberger Prinzipien sind die wichtigste Grundlage für diese juristischen Verfahren. Die Menschen wollen mehr über diese Quelle erfahren.“

Der Vater Schulbergs war in der Filmabteilung des Office of Strategic Services (OSS) beschäftigt. Das war damals der Nachrichtendienst im US-Kriegsministerium. Kurz nach Kriegsende hat OSS Schulberg nach Deutschland geschickt, um filmisches Beweismaterial für die deutschen Menschheitsverbrechen zu sammeln. Er hat dafür sowohl Nazi-Propaganda-Streifen aufgespürt, als auch amerikanische und britische Aufnahmen von der Befreiung der KZ-Häftlinge aus den Todeslagern verwendet. Schließlich standen ihm 25 Stunden die Aufnahmen aus dem Hauptkriegsverbrecherprozess im Nürnberger Justizpalast zur Verfügung.

In vielen deutschen Kinos gezeigt

Aus diesen drei Teilen hat Stuart Schulberg am Ende seine bedeutende Film-Dokumentation zusammengeschnitten. Sie sollte als Teil der Entnazifizierung nicht nur das deutsche Volk, sondern alle Welt gründlich darüber aufklären, wie es zu dem NS-Terror-Regime kommen konnte und welchen weltweiten Schrecken es verbreitet hatte. Premiere für das „größte Gerichtsdrama der Geschichte“ war am 22. November 1948 in Stuttgart.

„Der Film wurde dann etwa ein Jahr lang in vielen deutschen Kinos gezeigt“, erzählt Sandra Schulberg in Nürnberg, „die Idee war: Die Leute sollten sich freiwillig ansehen, was der Nationalsozialismus angerichtet hatte. Gezwungen wurde niemand.“ Die Produzentin gibt zu bedenken, dass es seinerzeit noch kein Fernsehen gab. Die Kinosäle waren also die einzige Möglichkeit, eine größere Öffentlichkeit mit dem Film zu erreichen. 1949 verschwand das Werk dann in amerikanischen und deutschen Archiven. Es war politisch nicht mehr erwünscht, den Streifen zu zeigen. Laut Schulberg gibt es dafür drei Gründe, die allesamt aber bis heute nicht mit harten historischen Fakten belegt sind. Zum einen soll das US-Militär damals selbst Bedenken bekommen haben, dass Armeeangehörige, und seien es auch die deutschen Täter, vor ein unabhängiges Justiz-Tribunal gestellt werden. „Man fürchtete wohl, dies könnte in Zukunft zum allgemeingültigen Prinzip werden.“

Sowjets als Verbündete der USA

Außerdem macht der Film deutlich, dass die Sowjets im Kampf gegen die Nazis lange Zeit Verbündete der Amerikaner waren. In der Zeit des Kalten Krieges galt das nicht mehr als opportun. Und schließlich, so Schulberg, soll auch die Adenauer-Regierung Einwände geltend gemacht haben. Es lief bereits der US-Marshallplan zum Aufbau des stark kriegsgeschädigten Westeuropa inklusive der alten Bundesrepublik. Dort habe man befürchtet, dass die schrecklichen Bilder aus dem KZ die amerikanische Bevölkerung erneut gegen die Deutschen aufbringen. Also blieben die Kopien unter Verschluss. „Nur Forscher wussten das“, sagt Schulberg.

Die Amerikanerin bekam schließlich im vergangenen Jahr eine Gelegenheit, den Film ihres Vaters mit großem technischen und kreativen Aufwand aufzuarbeiten. Ihr stand dafür eine gut erhaltene Kopie aus dem Bundesfilmarchiv zur Verfügung. Sie hielt sich bei ihrer Arbeit so eng wie möglich an das Original, statt der Stimme eines Erzählers spielte sie allerdings die Originaltöne der Akteure von den überlieferten Tonbändern ein. „Ich wollte, dass man die Stimmen hört.“

Einen intensiven Austausch pflegt Schulberg seither mit dem heute 91-jährigen Benjamin B. Ferencz. Er war 1947 Chefankläger im sogenannten Einsatzgruppen-Prozess, einem der Nürnberger Nachfolgeprozesse. Bei einer Veranstaltung mit Rainer Huhle vom Nürnberger Menschenrechtszentrum im Saal 600 hielt Ferencz ein leidenschaftliches Plädoyer für die Weiterentwicklung der internationalen Strafgerichtsbarkeit, die in Nürnberg ihren Anfang genommen hat.

Der Film „Nuremberg: It‘s Lesson for Today“ wird in der restaurierten englisch-deutschen Originalfassung www.nurembergfilm.org heute, 25. November, um 19 Uhr im Festsaal des Künstlerhauses, Königstraße 93, gezeigt. Sandra Schulberg wird mit anwesend sein.

 

NURNBERGER NACHRICHTEN — 20 Nov 2010

Veranstaltungen rund ums Memorium

Zeitzeugen und weitere Experten sprechen bei etlichen Veranstaltungen zum Memorium - 20.11. 14:14 Uhr

NÜRNBERG - Ein umfangreiches Programm begleitet die Eröffnung des „Memoriums Nürnberger Prozesse“.

m Montag, 22. November, findet um 19 Uhr im Deutsch-Amerikanischen Institut, Gleißbühlstraße 9, eine Diskussion mit hochrangigen Fachleuten über die Nürnberger Prozesse als Grundlage für das Völkerstrafrecht in englischer Sprache statt. Benjamin Ferencz, ein Chefankläger der Nachfolgeprozesse, spricht — ebenfalls Englisch — am Dienstag, 23. November, um 19 Uhr im Saal 600 des Justizgebäudes, Bärenschanzstraße 72, über das Internationale Recht als Weg zum Weltfrieden.

Am selben Ort erläutert der einstige Wachmann Josef Gofman am Mittwoch um 19 Uhr das Thema „Mit der sowjetischen Delegation in Nürnberg“. Er hatte den sowjetischen Hauptankläger Roman Rudenko begleitet. Die russischen Äußerungen Gofmans werden übersetzt.

Am Donnerstag, 25. November, wird um 19 Uhr der Film „Nuremberg: Its lesson for Today“ im Künstlerhaus, Königstraße 93, gezeigt. Das amerikanische War Department hatte den Streifen drehen lassen, um der deutschen Bevölkerung einen Eindruck der Nürnberger Prozesse zu vermitteln. Die Tochter des Filmmachers, Sandra Schulberg, ist anwesend. Sie hat das beschädigte Zeitdokument restauriert und steht für die Diskussion (auf Englisch) bereit.

Der einstige Simultandolmetscher Siegfried Ramler hält am Dienstag, 30. November, um 19 Uhr im Saal 600 eine Lesung. Der Übersetzer der US-Armee war sowohl bei den Prozessen gegen die Hauptkriegsverbrecher wie auch bei den Nachfolgeprozessen dabei. Platzkarten für diese kostenlose Veranstaltung sind beim Dokuzentrum erhältlich. Das Dokuzentrum organisiert auch Gespräche von Schulklassen mit den Zeitzeugen Ferencz am 22. November um 11 Uhr und mit Gofman am 24. November um 10 Uhr Anmeldung Tel.: 0911-231-5666.